Jetzt geht es los!

20. März 2025

Roma: Hallo Hardi! Herzlich Willkommen zu deinem beziehungsweise unserem Blog!*

Hardi: Dankeschön, diesen Gruß gebe ich gerne zurück. Ich freue mich sehr.

Roma: Wir hatten ja vereinbart, dass wir zum Einstieg in den Blog über deinen Werdegang als Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche sprechen. Wolltest du das schon immer beruflich machen?

Hardi (lacht): Eigentlich wollte ich Astronom werden, denn ich habe mich als Kind sehr für Sterne und Planeten interessiert. Über das Musik machen und das Geben von Gitarrenunterricht kam ich dann schließlich zum Psychologie-Studium. Dort fand ich das Thema kindliche Entwicklung absolut spannend. Zudem merkte ich – beispielsweise bei Freund*innen, die schon jung Eltern geworden waren – dass ich immer einen sehr guten Draht zu Kindern hatte.

Roma: Mit deiner Kassenpraxis hat es ja nicht angefangen. Wie war der Weg bis dahin nach dem Diplom in Psychologie? Wie sah die weitere Ausbildung aus und welche Erfahrungen hast du in der Praxis gesammelt?

Hardi: Bereits während meines Studiums habe ich eine Ausbildung in klient*innenzentrierter Spieltherapie und danach dann als Paar- und Familientherapeut gemacht. Außerdem bekam ich über eine Studienkollegin die Chance, für ihren Mann, der Kinderarzt war, in seiner Praxis die Entwicklungstestungen zu übernehmen. Nach meinem Diplom überwies dann ein Psychiater aus dem Nachbarort die ersten Patient*innen an mich. Das lief damals über das sogenannte Delegationsverfahren, weil es noch keine Kassensitze für Psycholog*innen gab. Dies kam erst 1999.

Roma: Du hast dich ja für Verhaltenstherapie entschieden. Welche Gründe waren dafür ausschlaggebend?

Hardi: Mitte der 1990er Jahre zeichnete sich ab, dass die Psycholog*innen unter bestimmten Voraussetzungen ins kassenärztliche System integriert werden sollten. Ich musste mich zwischen zwei Therapierichtungen entscheiden: Der tiefenpsychologisch fundierten und der Verhaltenstherapie. Ich entschied mich für letztere, weil ich die Chance bekam, dort eine Ausbildung zu machen und weil mir gefiel, dass an pragmatischen Lösungen für seelische Probleme gearbeitet wurde.

Roma: Interessant! Du hast dich ja auch weitergebildet als Familientherapeut. Wie kommt es, dass du in dem Gebiet nicht mehr arbeitest? Erzähl doch mal.

Hardi: Die Arbeit als Familientherapeut hat mir großen Spaß gemacht, ist aber nach meinem Dafürhalten nur zu zweit durchführbar, weil in einer Sitzung mit – sagen wir 2 Kindern und ihren Eltern – sehr viel passiert. Meine damalige Kollegin und ich waren ein perfekt eingespieltes Team. Als sie dann aus familiären Gründen nach Süddeutschland umziehen musste, habe ich leider keine Person gefunden, die ähnlich gut harmonierte.

Roma: Sehr vielfältig das Ganze. Jetzt ist es ja so, dass du nicht nur Therapie anbietest, sondern auch eine sehr breitgefächerte Diagnostik (beispielsweise auch für LRS und Dyskalkulie). Hat sich das über die Jahre entwickelt oder hast du von Beginn an alle Diagnostikbereiche abgedeckt?

Hardi: Ich begann ja mit der Entwicklungsdiagnostik für den Pädiater. Diese umfasste zunächst Intelligenztests und Tests der visuellen Wahrnehmung sowie der Motorik. Im Laufe der Zeit bildete ich mich dann in den Bereichen Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS und Autismus-Spektrums-Störungen weiter.

Roma: Ich merke schon, in jedem der Punkte verstecken sich viele Themen, die eine Vertiefung im Blog verdient haben. Gibt es ein paar Bereiche, die du unseren Leser*innen verraten magst, die du in den nächsten Wochen hier im Blog näher beleuchten möchtest?

Hardi: Da gibt es sehr viele. Für den Anfang wären mir folgende Themen wichtig: • Hochbegabung • die häufige Unterdiagnostizierung von Mädchen bei ADHS und Autismus und – als Einblick in die Therapie – • das Vorgehen bei selbstverletzendem Verhalten von Patient*innen.

Roma: Danke Hardi! Vielen Dank auch an alle Leser*innen! Wir sind bald mit dem nächsten Blogbeitrag zurück.

* Da Eberhard Schlie und ich uns duzen, behalten wir das für unser Gespräch anlässlich des ersten Blog-Beitrags bei.

Roma Maria Mukherjee und Hardi Schlie