Herr Schlie, warum gibt es in deiner Praxis so viele Kuscheltiere?

9. Juni 2025

Roma: Hallo Hardi! Die Frage stellen einige Kinder, wenn sie zum ersten Mal das Spiel- oder das Sprechzimmer betreten. Ich gebe die Frage an dich weiter.

Hardi: Meine Praxis wird zum großen Teil von Kindern besucht und Kinder lieben Kuscheltiere.

Roma: Die Kuscheltiere sind also zum Wohlfühlen da. Haben sie auch eine Funktion für die Therapie?

Hardi: Natürlich. Ich nutze die Kuscheltiere für ganz unterschiedliche Zwecke. Kinder können in Rollenspielen, gemeinsam mit mir, Situationen aus der Familie oder der Schule nachspielen. So lassen sich Konflikte und die damit verbundenen Gefühle erlebbar machen. Außerdem können so Lösungsversuche erarbeitet werden. Eine Lösung kann auch sein, sich an einen angenehmen Ort zurückzuziehen und mit dem Stofftier alleine zu kuscheln.

Roma: Neben den klassischen Stofftieren, finden die Kinder auch viele therapeutische Handpuppen bei dir. Haben die noch eine spezielle Aufgabe?

Hardi: Ja, zum einen können die Kinder mithilfe dieser Puppen ihre Emotionen nicht nur durch Sprache und Mundbewegungen der Puppen, sondern auch durch deren Gestik ausdrücken. Die Handpuppen sind so konstruiert, dass die Kinder mit einem Arm die Mundbewegungen und mit dem anderen Arm deren Hände steuern können. Dies bringt viel Bewegung und Spaß in die Therapie. Zum anderen nutze ich die Handpuppen beispielsweise auch dazu, um Eltern von kleineren Kindern zu demonstrieren, wie sie diese wirkungsvoll zu einer Handlung auffordern können. Die Handpuppen übernehmen dann die Rolle des Kindes.

Roma: Apropos Bewegung: In deinem Spielzimmer gibt es einen Kicker und ein Tor. Darüber sprechen wir demnächst auch mal. Danke dir für die Erklärungen.

Hardi: Sehr gerne. Ich freue mich auf unser nächstes Gespräch.

Disclaimer: Eberhard Schlie und ich duzen uns und das haben wir für den Blog so übernommen.