Ab 01.10.2025 verpflichtend: die elektronische Patient*innenakte (ePA)

Ab dem 1. Oktober 2025 wird das Befüllen durch das medizinische Personal in Arzt- und Psychotherapie-Praxen zur Pflicht. Krankenhäuser können und müssen noch nicht vollständig dokumentieren.[1]

Zugriff auf die elektronische Patientenakte haben seit Januar 2025 nur ca. 3 Millionen[2] Versicherte beantragt beziehungsweise in der App freigeschaltet. Auf Seiten der Arztpraxen nehmen bislang nur ca. 60 Prozent teil. Dies soll sich nun ändern, denn ab dem kommenden Jahreswechsel drohen Praxen Sanktionen (in Form von Kürzungen beim Honorar).

Praxisprogramme (für Arzt- und Psychotherapiepraxen) scheinen derzeit teilweise noch mit Updates beschäftigt zu sein, damit die praktische Umsetzung überhaupt funktioniert.

Einige Versicherte haben sich bereits von der ePA abgemeldet. Dies ist auch weiterhin jederzeit möglich, entweder innerhalb der App oder auch auf schriftlichem Wege bei seiner Krankenkasse.

Um Zugriff auf seine Patient*innenakte zu erhalten, muss sich jede*r Versicherte erst freischalten lassen. Welche Wege dazu notwendig sind, kann man von seiner gesetzlichen Krankenkasse erfragen. Aus eigener Wahrnehmung: Es kann sehr kompliziert sein, insbesondere wenn man nicht technisch versiert ist oder immer wieder Fehler auftauchen (beispielsweise dass es selbst mit PostIdent nicht funktioniert, die Verifizierung durchzuführen).

Es existieren auch sehr kontroverse Meinungen dazu, was nun in welchem Umfang eingetragen werden soll und muss.

Die Datensicherheit in Bezug auf eigene medizinische Daten ist ein hohes Gut und die weitere Entwicklung kritisch zu beobachten ist aus unserer Sicht sinnvoll.

Roma Mukherjee

[1] https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/epa-bkk-schiesst-gegen-aerzte/

[2] Quellen: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/elektronische-patientenakte-ab-heute-in-arztpraxen-pflicht,UyHitKQ

Zurück im Herbst

Die Auszeit in Form von Sommerurlaub ist vorbei und wir sind ‚zurück‘ im Herbst. Natürlich nicht nur hier im Blog, sondern auch in der Praxis. Während der vergangenen Wochen haben wir uns einige Gedanken gemacht zu Themen aus dem Bereich der Diagnostik, der Anschaffung von Sach- und Fachbüchern, zu Blogbeiträgen in den kommenden Monaten und zur Gesundheitspolitik im Allgemeinen.

Im Herbst und Winter werden wir beide auch an Fortbildungen teilnehmen und darüber etwas schreiben. Wir fragen uns, ob es für Patient*innen und Familien transparent ist, wie es mit der Fortbildungspflicht für Psychotherapeut*innen aussieht. Die Bedingungen möchten wir gerne demnächst in einem Beitrag erklären.

Die Tage sind bereits merklich kürzer und auch wenn es im Augenblick im Norden noch sonnig ist, wird es vermutlich bald sehr kühl und nass werden. Wir wünschen euch/Ihnen, dass der Herbst so angenehm wie möglich wird.

Hardi Schlie               Roma Mukherjee

 

Einatmen. Ausatmen.

Einatmen. Ausatmen.

Die Sommerferien in Schleswig-Holstein nähern sich ihrem Ende. Für einige Kinder, Eltern und Erwachsene ist das ein Moment des Bedauerns, andere sehnen den Schulanfang herbei. Die zurückliegenden Wochen wurden sicherlich ganz unterschiedlich verbracht. Manche Kinder gingen in die Ferienbetreuung, viele unternahmen nähere oder fernere Reisen, einige haben gelernt, Ausflüge unternommen oder viel gespielt.

Was man ständig tut, allerdings häufig nicht bewusst: atmen. Obwohl viele von euch/Ihnen vor den Ferien möglicherweise gedacht habt/haben: „Freizeit. Endlich mal durchatmen können“. Hoffentlich konntet ihr/konnten Sie das bei reichlich frischer Luft (vielleicht am Meer?) tun.

Wie können wir alle Entspannung aus dem Urlaub in den Alltag mitnehmen? Wenn ein Termin den nächsten jagt und Leistungsdruck präsent ist?

Bewusstes atmen – wenn es auch nur eine Minute am Tag ist! Das senkt den Stresspegel und kann sich beruhigend auswirken. Tief durch die Nase einatmen und hörbar durch den Mund ausatmen, gerne mit einem kleinen hörbaren Seufzer. Damit wird nicht wieder alles gut, wir werden deshalb nicht sofort gesünder, aber wir haben uns „Luft verschafft“. Im schlimmsten Fall haben wir eine Minute geopfert und das getan, was wir ständig tun: einatmen und ausatmen.

In der kommenden Woche sind wir noch in der Praxis und auch die Telefonsprechzeit findet wie gewohnt statt. Ab dem 08.09.2025 hat unsere Praxis geschlossen, wir machen bis Freitag, den 26.09.2025 Betriebsferien. Wir atmen mal richtig durch, lassen die Seele baumeln und sortieren auch unsere Blogthemen, die wir dann ab Oktober wieder wöchentlich auf unsere Homepage stellen werden.

Wir wünschen euch einen guten Schul- und Arbeitsstart, noch ein paar schöne Sommertage und alles Gute!

Roma Mukherjee & Hardi Schlie

„Das war doch nur Spaß.“ Nein! Warum Mobbing und Bullying keine Scherze sind, sondern massive Übergriffe darstellen, der gravierende seelische & körperliche Folgen haben können.

In meiner Praxis werden mir immer wieder Patient*innen explizit wegen Mobbings und Bullying vorgestellt. Unter Mobbing wird, oft demütigende, soziale Ausgrenzung verstanden, während Bullying körperliche Gewalt meint. Infolge der Übergriffe leiden die Opfer häufig unter sozialen Ängsten, Schul-Absentismus oder psychosomatischen Beschwerden. Bei anderen Kindern und Jugendlichen, die meine Hilfe zunächst etwa wegen Zwängen, Depressionen und selbstverletzendem Verhalten aufsuchen, zeigt sich erst im Zuge meiner Anamnese, dass ein Teil von ihnen in der Vergangenheit Opfer verbaler & physischer Gewalt geworden sind.

Erstere kann sich äußern in Erpressungen, aber auch Beschimpfungen und Beleidigungen in Bezug auf körperliche Merkmale, schulische Leistungen, den sozialen Status der Eltern, die Herkunft oder die sexuelle Orientierung. Es kommen auch Demütigungen und/oder Bloßstellungen durch Lehrkräfte vor der gesamten Klasse vor. Körperliche Übergriffe finden durch Prügeln, Würgen, Beinstellen etc. statt.

Was unternahmen die Schulen? Die mir berichteten Reaktionen der Lehrkräfte und Schulleitungen auf die Gewalt reichten von vorbildlichem Engagement für die Opfer über Gleichgültigkeit („Das müsst ihr unter euch regeln“) bis hin zu Faktenignoranz („An dieser Schule gibt es kein Mobbing“) oder sogar einem gezielten Decken der Täter*innen.

Was ist aus meiner Sicht zu tun?

(I.) Der Schutz der Opfer muss oberste Priorität haben. Es darf keinerlei Toleranz für Bullying und Mobbing geben. Übergriffe müssen sofort beendet werden. Dies entspricht den Grundsätzen der Traumatherapie, nach denen eine Behandlung nur dann Sinn macht, wenn die Bedrohung nicht mehr besteht.

(II.) Den Täter*innen muss konsequent disziplinarisch und/oder strafrechtlich begegnet werden. Sie müssen ggf. die Schule verlassen, nicht die Opfer. Diese Prinzipien müssen auch für mobbende Lehrkräfte gelten.

(III.) Es muss eine Offenlegung der Übergriffe erfolgen. Eine Vertuschung oder ein Verschweigen schadet den Opfern in ähnlichem Maße wie die eigentliche Tat.)

(IV.) Einen Täter*innen-Opfer-Ausgleich kann es nur geben, wenn Opfer dies ausdrücklich wünschen.

(V.) Ausflüchten oder Beschwichtigungen der Täter*innen muss mit einer klaren Haltung begegnet werden, die da lautet: Deine (angeblich fehlende) Absicht ist unerheblich. Was zählt, ist die Wirkung Deines Verhaltens. Und diese Wirkung ist schädlich und verletzend.

(VI.) Präventionsprogramme sind ab dem Kindergartenalter einzusetzen. In der Schule ist ein Fach „Menschenwürde und Respekt“ einzuführen.

Mein Wunsch für die Zukunft: Lasst die Schulen zu einem wirklich sicheren Ort werden, denn nur dann werden Kinder und Jugendliche dort eine gesunde Basis für ein glückliches Leben entwickeln können.

Euer/Ihr Hardi Schlie

Hier noch eine Quelle zur Definition von Mobbing/Bullying: https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/bullying

Buchtipp: „Emotional Load. Wie Mütter frei von emotionaler Überlastung werden“ von Susanne Mierau

Sich um die Kinder kümmern, um ältere Verwandte, den oder die Partnerin, vielleicht noch um vorhandene Haustiere kümmern, die Wohnung putzen und „nebenbei“ noch arbeiten gehen? Welche Mutter kennt diese Situation nicht? Über die mehrfachen Belastungen von Frauen wird inzwischen häufiger berichtet und gesprochen. Es geht jedoch nicht um die Tätigkeiten an sich: das Leben als Mutter bringt nicht nur Arbeit mit sich, sondern auch viele Emotionen. Väter, Geschwisterkinder und die Großeltern haben ebenfalls Gefühle und auch diese wirken auf die Mütter ein: Sie tragen auch viel emotionale Last der anderen herum.

Im Buch der Diplom-Pädagogin Susanne Mierau geht es zunächst um die Definition von „Emotional Load“ und wie dieser entsteht und auch subtil auf Mütter einwirken kann. Verdeutlicht wird dies im Buch unter anderem durch die liebevollen Illustrationen von Johanna Augustin. Manchmal schafft ein Bild sofort zu verdeutlichen, was in Worten ausgedrückt länger benötigt, um zu uns durchzudringen.

In verschiedenen Kapiteln, die auch unterschiedliche Übungen enthalten, geht es ebenso um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Familienpolitik, patriarchale Verhältnisse, Armut und Rassismus, wie um die Bestandsaufnahme eigener Gefühle und jeweiliger Lebensrealitäten. Die Leser*innen werden dazu angeregt, sich auch mit der zurückliegenden Kindheit von sich selbst zu beschäftigen – denn „Die Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheit kostet Kraft, die wir manchmal im Alltag nicht haben“.

Das 2025 im Beltz-Verlag erschienene Buch ist, wie alle Bücher von Susanne Mierau, kein einfacher Ratgeber, sondern ein Workbook. Die Loslösung aus erlernten Mustern ist ein längerer Prozess, Arbeit, der nicht in weiteren Stress münden soll, sondern Erkenntnis und Entlastung bieten kann.

Susanne Mierau hat Pädagogik mit Schwerpunkt Kleinkindpädagogik studiert (Nebenfächer Psychologie und Soziologie). Sie ist Autorin zahlreicher (pädagogischer) Bücher und 2025 ist auch ihr erstes Bilderbuch „Mein kleines Schlafnest“ (mit Illustrationen von Agnes Ofner) erschienen. Die bedürfnisorientierte Erziehung und Gestaltung von Beziehungen sind ihre Schwerpunkte. Mehr zur Autorin unter http://www.susanne-mierau.de

Ich wünsche Ihnen/euch viel Freude beim Stöbern und Lesen!

Ihre/eure Roma Mukherjee

Herr Schlie, warum gibt es in deiner Praxis so viele Kuscheltiere?

Roma: Hallo Hardi! Die Frage stellen einige Kinder, wenn sie zum ersten Mal das Spiel- oder das Sprechzimmer betreten. Ich gebe die Frage an dich weiter.

Hardi: Meine Praxis wird zum großen Teil von Kindern besucht und Kinder lieben Kuscheltiere.

Roma: Die Kuscheltiere sind also zum Wohlfühlen da. Haben sie auch eine Funktion für die Therapie?

Hardi: Natürlich. Ich nutze die Kuscheltiere für ganz unterschiedliche Zwecke. Kinder können in Rollenspielen, gemeinsam mit mir, Situationen aus der Familie oder der Schule nachspielen. So lassen sich Konflikte und die damit verbundenen Gefühle erlebbar machen. Außerdem können so Lösungsversuche erarbeitet werden. Eine Lösung kann auch sein, sich an einen angenehmen Ort zurückzuziehen und mit dem Stofftier alleine zu kuscheln.

Roma: Neben den klassischen Stofftieren, finden die Kinder auch viele therapeutische Handpuppen bei dir. Haben die noch eine spezielle Aufgabe?

Hardi: Ja, zum einen können die Kinder mithilfe dieser Puppen ihre Emotionen nicht nur durch Sprache und Mundbewegungen der Puppen, sondern auch durch deren Gestik ausdrücken. Die Handpuppen sind so konstruiert, dass die Kinder mit einem Arm die Mundbewegungen und mit dem anderen Arm deren Hände steuern können. Dies bringt viel Bewegung und Spaß in die Therapie. Zum anderen nutze ich die Handpuppen beispielsweise auch dazu, um Eltern von kleineren Kindern zu demonstrieren, wie sie diese wirkungsvoll zu einer Handlung auffordern können. Die Handpuppen übernehmen dann die Rolle des Kindes.

Roma: Apropos Bewegung: In deinem Spielzimmer gibt es einen Kicker und ein Tor. Darüber sprechen wir demnächst auch mal. Danke dir für die Erklärungen.

Hardi: Sehr gerne. Ich freue mich auf unser nächstes Gespräch.

Disclaimer: Eberhard Schlie und ich duzen uns und das haben wir für den Blog so übernommen.

Warum eine gründliche neuropsychologische Diagnostik ein rares Gut ist

Wenn bei uns Kinder oder Jugendliche zu einer Diagnostik – zum Beispiel bei Verdacht auf ADHS oder eine Autismus-Spektrums-Störung – angemeldet werden, so sind die Eltern oft erfreut und zugleich erstaunt, dass wir keine nennenswerten Wartezeiten haben. Wir hören dann, dass nur wenige Praxen, Klinikambulanzen oder neuropädiatrische Versorgungszentren eine Diagnostik anbieten und es dort oft bis zu 18 Monate bis zu einem Erstgespräch dauern kann.

Weshalb gibt es so wenige Diagnostikplätze? Das liegt zum einen daran, dass nur wenige Kolleg*innen, die eine Diagnostik anbieten, eine langjährige Berufserfahrung in diesem Bereich haben und die notwendige Reihe von Fortbildungen absolvieren konnten, um die einzelnen Testverfahren fachgerecht durchführen und auswerten zu können. Zum anderen kostet dieses Prozedere (viel) Zeit und Geld. Die Testverfahren selbst sind ebenfalls sehr teuer und erfordern hohe Investitionen. Wir möchten das an einigen Beispielen verdeutlichen:

Bei Verdacht auf eine Autismus-Spektrums-Störung sind folgende Verfahren, die wir (neben weiteren Diagnoseschritten) in unserer Praxis anwenden, weiterhin der Goldstandard:

Intelligenztest WISC-V: 1886,30 Euro, Protokollheft 7,56 Euro (pro Test), Aufgabenheft 6,72 Euro (pro Test)

Autismus-Screening FSK: 94,00 Euro, Fragebogen 1,60 Euro (pro Test)

Diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen (ADOS-2): 3708,00 Euro, Protokollheft 4,40 Euro (pro Durchführung)

Diagnostisches Interview für Autismus – Revidiert (ADI-R): 193,00 Euro, Protokollbogen 9,80 (pro Durchführung)

Die Durchführungsdauer ohne Auswertung beträgt beim WISC-V und beim ADOS-2 ungefähr 60 bis 70 Minuten, das ADI-R-Interview schlägt mit 90 bis 240 Minuten zu Buche. Diese Zeiten und die notwendigen Investitionen über die in einer Kassenpraxis gültigen Abrechnungsziffern zu finanzieren, ist allerhöchstens kostendeckend, oft aber ein Zuschuss-Geschäft.

Wir bieten die Diagnostik dennoch an, weil wir – trotz der berufsrechtlichen Verpflichtung, wirtschaftlich arbeiten zu müssen – unseren Grundwerten entsprechend die bestmöglichsten und professionellsten Hilfen für Kinder und Jugendliche anbieten möchten. Es ist für uns absolut nachvollziehbar, dass nicht alle Praxen zeitlich und finanziell in der Lage sind, diese Herausforderungen zu stemmen. Wir würden uns aber wünschen, dass diese Praxen dann auch dazu stehen und nicht, wie dies oft in Fachforen eingeräumt wird, auf kostengünstige, veraltete Verfahren zurückgreifen oder sogar bei Autismus-Verdacht ein reines Fragebogen-Screening (plus der in Gesprächen vorgenommenen sogenannten klinischen Einschätzung der jeweiligen Kolleg*innen) betreiben. Unsere klare Haltung dazu: Neuropsychologische Abklärungen von Diagnosen mit einer hohen Wirkung auf das zukünftige Leben von Kindern und Jugendlichen dürfen niemals, aus Gründen der Kostenersparung oder mit mangelnder fachlicher Kompetenz, unzureichend durchgeführt werden, sondern müssen stets den höchsten Standards genügen. Wer diese nicht anbieten kann oder mag, sollte die Diagnostik anderen Praxen überlassen. Dies ist das Gebot einer ethisch einwandfreien und wertschätzenden Psychotherapie.

Hardi Schlie und Roma Mukherjee

Jetzt noch eine Homepage erstellen lassen? Wirklich?

Diese Frage haben sich Eberhard Schlie und ich in den vergangenen 5 Jahren mehrfach gestellt. Die psychotherapeutische Praxis für Kinder und Jugendliche gibt es seit 1993 und seit mehr als 25 Jahren gab es die alte AOL-Mailadresse und mehr nicht. Beheimatet in räumlicher Nähe zu einer Kinderarztpraxis und einer ergotherapeutischen Praxis gab es vordergründig keine Notwendigkeit auf das Angebot mittels einer eigenen Webseite hinzuweisen, auch die Örtlichkeit und Anfahrt waren meist bekannt. Noch aus dem analogen Zeitalter kommend wurde diese Entscheidung von uns vielleicht auch nur immer verschoben, denn im medizinischen Bereich war (und ist) auch klassische Werbung eingeschränkt und die Notwendigkeit für eine Präsenz im Internet war nicht unbedingt das, was auf der Agenda ganz oben stand.

Sollten wir also wirklich nach so langer Zeit ohne Homepage noch eine entwerfen (lassen)? Das Für und Wider haben wir lange diskutiert und auch nachdem das „Pro“ längst überwogen hatte, dauerte es noch ein paar Jahre, bis wir im März 2025 endlich „online“ waren. Wie kommt es, dass das so viel Zeit in Anspruch genommen hat?

Vermutlich können Sie/könnt ihr sich/euch vorstellen, dass die Erstellung einer Webseite mit vielen Überlegungen und Arbeitsschritten verbunden ist. Zunächst mussten wir überlegen, was wir benötigen und was wir auf der Webseite, neben den Hinweisen auf die Angebote in unserer Kassenpraxis, abbilden möchten. Dabei entstand auch der Wunsch, die Seite zu nutzen, um etwas Transparenz und Orientierung im manchmal verwirrenden Alltag des Gesundheitssystems zu bieten. Neben der Beantwortung vieler Fragen, die uns häufig gestellt werden und die wir mit dem Menüpunkt FAQ (Frequently Asked Questions) zu beantworten versuchen, entstand in uns der Wunsch, mit einem Blog einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und Abläufe, die eventuell nicht allen klar sind, zu schildern und zu erklären.

Nach dieser Überlegung folgte eine der wichtigsten Fragestellungen: Wen möchten wir gerne als Web-Designer*in zur Erstellung der Webseite beauftragen? Dazu habe ich mich auf ausgedehnte Recherche im Netz begeben und mir einige Webseiten von Praxisinhaber*innen aus dem Gesundheitswesen angesehen. Dabei begegneten mir viele Seiten, bei denen es nur eine Landingpage, jedoch keine weiteren Unterseiten, gab. Ebenfalls häufig sah ich Homepages, bei denen sofort zu erkennen war, dass diese weder mit Blick auf Programmierung noch auf das Design professionell erstellt waren. Diese waren für den Auswahlprozess keine Hilfe, da ich gerne via Impressum nachsehen wollte, wer sich für die Gestaltung verantwortlich zeichnete.

Nach ausgedehnter Recherche stieß ich dann auf einige Seiten die, sowohl von der grafischen Umsetzung als auch inhaltlich, mein Interesse weckten. Ich notierte mir, wer diese jeweils designt hatte und schaute mir die Internetpräsenz der Web-Designer*innen an. Ein Auswahl von drei der Firmen/Selbständigen legte ich Eberhard Schlie zur Auswahl vor.

Im Vergleich zu allen anderen Überlegungen zuvor, fiel die Wahl auf „unseren“ Web-Designer dann recht schnell – sein Portfolio fiel uns durch Kreativität, Gestaltung und Beschreibung seines Angebots ausnehmend positiv aus. Wir kontaktierten ihn, machten ein orientierendes Online-Meeting und waren uns schnell einig. Dass es danach noch einige Monate dauerte, hatte nichts mit dem Web-Design zu tun, aber mit unseren fehlenden zeitlichen Ressourcen im Jahr 2024.

Was lange währt, wird endlich gut: Mitte März 2025 war es dann so weit, wir gingen online.

Wenn Sie/ihr die Lektüre bis hierhin durchgehalten habt, dann verraten wir euch natürlich auch (sofern Sie/ihr nicht bereits ins Impressum geschaut haben/habt) wer uns mit seiner Arbeit begeistert hat: Es ist Christian Reister aus Berlin. Unter reister-webdesign.de finden Sie/findet ihr Beispiele seiner entworfenen Webseiten. Natürlich ist er nicht nur im Bereich der Gesundheitsberufe tätig, auch andere Sparten sind vertreten. Wer sich also auch nach längerer freiberuflicher oder gewerblicher Tätigkeit die Frage stellt, ob die Erstellung einer Webseite noch Sinn macht und nach einem Webdesigner sucht, mag sich vielleicht dort umschauen.

Ich wünsche Ihnen/euch eine angenehme Woche!

Roma M. Mukherjee