Liebe Leser*innen!
Am Sonntag, den 08.03.2026 findet der feministische Kampftag statt. Seit 1911 findet der Internationale Frauentag jedes Jahr am 08. März statt. Feministischer Kampftag ist die inzwischen vielfach bevorzugte Bezeichnung, da es sich um eine inklusivere Formulierung handelt. Warum ist solch ein Tag auch heute notwendig und was war der historische Ursprung?
Die Entstehung des Kampftages wurzelte im Wahl- und Arbeitskampf. In den 1970er Jahren kam dem Tag wieder neue Aufmerksamkeit zu, was der damaligen Frauenbewegung zu verdanken ist. Ursprünglich stand für den Frauentag die Idee eines Streiks im Vordergrund. An dieser Schnittstelle stehen wir im Jahr 2026 vor einem historischen Moment: Mit dem Flinta*streik beziehungsweise dem Frauenstreik am 09.03.2026, wo ausgehend vom Moment des „Genug ist genug“ der feministische Kampftag in einen folgenden (internationalen) Streiktag übergeht.
Denn es reicht. Es ist an der Zeit zu streiken. Als Frau und/oder als Flinta*Person. Die Missstände betreffen alle Bereiche unseres Lebens. Sei es die Benachteiligung bei der Arbeit, sei es der Gender Pay Gap, seien es die Femizide, die unbezahlte Mehrarbeit bei der Pflege von Kindern und Familienangehörigen, der eklatante Mangel an Gleichberechtigung bei Beförderungen, die fehlende Finanzierung von ausreichend Plätzen in Frauenhäusern, die gesellschaftliche Aufbürdung von Schuld gegenüber Müttern, die Altersarmut von Frauen und Flinta* und so weiter und so fort. Hierbei sind noch nicht die internationalen Themen genannt, wo Frauen/Flinta* teilweise noch viel gravierendere Unterdrückung erleben als in Deutschland (Stichwort Afghanistan und Iran).
Am Montag finden deutschlandweit Streikaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen statt. Für alle, die aus vielfältigen Gründen an keiner Aktion vor Ort teilnehmen können, gibt es auch vielfältige Möglichkeiten sich online zu solidarisieren oder ein eigenes Zeichen zu setzen.
Gerade das Gesundheitswesen würde ohne Frauen/Flinta* kollabieren. Deshalb ist es an der Zeit nachhaltig daran zu arbeiten, dass ein „weiter so“ nicht akzeptabel ist.
Aus diesem Grund findet die Telefonsprechstunde am Montag, den 09.03.2026 nicht statt. Die Telefonsprechzeit wird seit 6 Jahren in der Praxis von mir, einer Frau, betreut. Am Montag werde ich aber streiken. Denn auch mir reicht es mit der eklatanten Ungleichheit in Bezug auf mein Geschlecht.
Wer aber ruft in der Telefonsprechzeit überwiegend an? Genau, Mütter. Ein Streik trifft also in den negativen Konsequenzen, leider auch wieder vor allem Frauen/Flinta*. Über diesen Punkt haben wir natürlich diskutiert. Denn die zeitgleich stattfindende Diagnostik ausfallen zu lassen, damit Herr Schlie selbst die Telefonsprechzeit übernehmen kann, ist ebenfalls keine faire Lösung.
Aus diesem Grund geben wir heute schon bekannt, dass die ausgefallenen 100 Minuten Telefonsprechzeit von Montag, dem 09.03.2026 am Donnerstag, den 12.03.2026 nachgeholt werden. Somit entsteht zeitlich kein Ausfall der Sprechzeit.
Wir hoffen auf Ihre/Eure Solidarität mit den Aktionen und Streiks, die zum Ziel haben eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft für alle zu schaffen.
Mit solidarischen Grüßen
Roma Mukherjee