Wir machen Praxisferien

Wir machen Praxisferien

Liebe Besucher*innen unseres Blogs!

Nachdem der Sommer vorbei ist, die Tage wieder kürzer werden, legen auch wir eine Pause ein. Diese Woche konnten wir abends noch ein tolles Schauspiel am Himmel über der Praxis beobachten: Einen Regenbogen, der über der Ergotherapiepraxis nebenan und unser Gebäude erstrahlte.

Unsere Praxis hat von Montag, den 07.09. bis Freitag, den 25.09.2026 geschlossen und wir machen Urlaub.

Am Montag, den 28.09.2026 geht es weiter und wir freuen uns darauf erholt zurückzukehren.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen September und hoffen, dass auch Ihre Wege der ein oder andere bunte Regenbogen kreuzt.

Herzliche Grüße

Hardi Schlie & Roma Mukherjee

Schmales Buch mit breitem Inhalt

Liebe Leser*innen, heute haben wir einen Buchtipp im wöchentlichen Blog-Beitrag!

Bereits vor einigen Jahren erschien „Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen“ von Andreas Riedel und Jens Jürgen Clausen im Psychiatrie Verlag. 2024 erschien die 3. durchgesehene Auflage. Der als Dr. med. und Dr. phil. promovierte Arzt Andreas Riedel leitete in Luzern die Spezialsprechstunde für Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter und Professor Dr. Jens Jürgen Clausen (Erziehungswissenschaftler und Analytischer Gruppentherapeut) lehrt im Studiengang Heilpädagogik an der Katholischen Hochschule Freiburg.

Der schmale Band, in der Reihe PraxisWissen erschienen, ist mit knapp über 150 Seiten kein erschöpfendes Werk, erinnert aber an die magische Tasche von Mary Poppins, aus der sie nahezu unendlich viele Gegenstände herauszieht, die alle unmöglich in die Tasche passen können.

Neben einer kurzen Einführung in das klinische Bild des Autismus, nebst einer knappen historischen Übersicht, weiteren Daten aus der Forschung zu Ursachen und Häufigkeit, gibt es Übersichten für Helfende und Informationen zu therapeutischen Zugängen, kurze Übersichten zum Thema der heterogenen Lebenswelten von Autist*innen und Informationen zu rechtlichen Aspekten. Das Thema Kommunikation und Probleme im Umgang mit erwachsenen Autist*innen, häufige Fehler, die im Umgang gemacht werden und in therapeutischen Settings vielfach auftauchende Themen sind ebenfalls Inhalte des Buchs. Selbstverständlich können die einzelnen Themenfelder in dieser einführenden Publikation nicht erschöpfend behandelt werden. Allerdings schaffen die Autoren einen einfühlsamen Zugang, der sich sowohl an Lai*innen wendet, als auch an Fachpersonal. Wie zu Beginn des Buches, so auch am Schluss, wird deutlich, dass sich die Autoren darum bemühen, den Blick der Fachwelt zu weiten und auch neurotypische Wahrnehmung zu hinterfragen.

Meinerseits gibt es nur einen einzigen Kritikpunkt: Viele netzaffine erwachsene Autist*innen und Aktivist*innen bevorzugen den Ausdruck „Autist“ statt „Mensch mit Autismus“. Selbstverständlich ist auch das nicht homogen, die Tendenz ist allerdings vorhanden. Im Buch wird von „Menschen aus dem Autismusspektrum“ gesprochen. Damit werden sich einige erwachsene lesende Autist*innen möglicherweise nicht wohl fühlen. Aus meiner Sicht ist den Autoren aber ein respektvoller Ton zuzurechnen und das Buch ist vor einigen Jahren entstanden. (Zum Thema der „Identität zuerst“-Bezeichnung gibt es hier einen interessanten, englischsprachigen Artikel.)

Das Buch ist für 22,00 Euro über den lokalen Buchhandel zu bestellen. Dr. Andreas Riedel ist in den vergangenen Jahren auch (Mit-)Autor zahlreicher Studien und wissenschaftlicher Artikel zum Thema Autismus gewesen. Über eine Google-Suche (bzw. Google Scholar) finden sich viele dieser Publikation Open Access im Netz.

Roma M. Mukherjee

Bildbeschreibung:

Eine Hand hält ein Buch. Im Hintergrund ein grüner Strauch, Sonne scheint auf das Buchcover.

Das Buch hat ein weißes Cover, zum linken Rand einen grünen Balken. Es ist ein schwarzer Kreis zu sehen auf dem ein rotes Piktogramm einer stehenden Person in Pixeln dargestellt ist und eine aus dem Kreis laufende Person als gestricheltes grünes Piktogramm. In grüner Schrift zu lesen ist im unteren Drittel der Titel (Zitat Anfang) „Autismus-Spektrum-Störungen bei Erwachsenen“ (Zitat Ende). Oben mittig in schwarzer Schrift sind die Namen der Autoren Andreas Riedel und Jens Jürgen Clausen zu lesen.

 

 
Frohe Ostern!

Frohe Ostern!

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Frohe Ostern!

Liebe Leser*innen, wir wünschen Ihnen/euch ein frohes Osterfest, angenehme Feiertage allen, und denen die arbeiten müssen, so wenig Stress wie möglich.

Auch wenn morgens noch Reif auf den Wiesen liegt, zeigt sich allmählich der Frühling und zartes Grün ist schon an den Bäumen zu entdecken.

Frühling bedeutet Aufbruch und auch das Osterfest kann ein Auftakt sein, wie es Reinhard Bäcker in den ersten vier Zeilen seines Textes „Osterspuren“ formuliert:

„Wo einer dem anderen neu vertraut

und mit ihm eine Brücke baut,

um Hass und Feindschaft zu überwinden,

da kannst du Osterspuren finden.“

Wir bedanken uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen und sind am Mittwoch, den 08.04.2026 wieder zurück in der Praxis.

Herzliche Grüße

Eberhard Schlie                     Roma Mukherjee

Bildbeschreibung: Auf einer braunen Holztreppe sitzt ein beiger Stoffhase, ein Ohr hängt herunter, eins ist über den Kopf geknickt. Neben ihm eine Topfpflanze mit grünen Blättern und weinroten Blüten mit gelbem Blütenstempel.

 

Feministischer Kampftag und Flinta*streik

Liebe Leser*innen!

Am Sonntag, den 08.03.2026 findet der feministische Kampftag statt. Seit 1911 findet der Internationale Frauentag jedes Jahr am 08. März statt. Feministischer Kampftag ist die inzwischen vielfach bevorzugte Bezeichnung, da es sich um eine inklusivere Formulierung handelt. Warum ist solch ein Tag auch heute notwendig und was war der historische Ursprung?

Die Entstehung des Kampftages wurzelte im Wahl- und Arbeitskampf. In den 1970er Jahren kam dem Tag wieder neue Aufmerksamkeit zu, was der damaligen Frauenbewegung zu verdanken ist. Ursprünglich stand für den Frauentag die Idee eines Streiks im Vordergrund. An dieser Schnittstelle stehen wir im Jahr 2026 vor einem historischen Moment: Mit dem Flinta*streik beziehungsweise dem Frauenstreik am 09.03.2026, wo ausgehend vom Moment des „Genug ist genug“ der feministische Kampftag in einen folgenden (internationalen) Streiktag übergeht.

Denn es reicht. Es ist an der Zeit zu streiken. Als Frau und/oder als Flinta*Person. Die Missstände betreffen alle Bereiche unseres Lebens. Sei es die Benachteiligung bei der Arbeit, sei es der Gender Pay Gap, seien es die Femizide, die unbezahlte Mehrarbeit bei der Pflege von Kindern und Familienangehörigen, der eklatante Mangel an Gleichberechtigung bei Beförderungen, die fehlende Finanzierung von ausreichend Plätzen in Frauenhäusern, die gesellschaftliche Aufbürdung von Schuld gegenüber Müttern, die Altersarmut von Frauen und Flinta* und so weiter und so fort. Hierbei sind noch nicht die internationalen Themen genannt, wo Frauen/Flinta* teilweise noch viel gravierendere Unterdrückung erleben als in Deutschland (Stichwort Afghanistan und Iran).

Am Montag finden deutschlandweit Streikaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen statt. Für alle, die aus vielfältigen Gründen an keiner Aktion vor Ort teilnehmen können, gibt es auch vielfältige Möglichkeiten sich online zu solidarisieren oder ein eigenes Zeichen zu setzen.

Gerade das Gesundheitswesen würde ohne Frauen/Flinta* kollabieren. Deshalb ist es an der Zeit nachhaltig daran zu arbeiten, dass ein „weiter so“ nicht akzeptabel ist.

Aus diesem Grund findet die Telefonsprechstunde am Montag, den 09.03.2026 nicht statt. Die Telefonsprechzeit wird seit 6 Jahren in der Praxis von mir, einer Frau, betreut. Am Montag werde ich aber streiken. Denn auch mir reicht es mit der eklatanten Ungleichheit in Bezug auf mein Geschlecht.

Wer aber ruft in der Telefonsprechzeit überwiegend an? Genau, Mütter. Ein Streik trifft also in den negativen Konsequenzen, leider auch wieder vor allem Frauen/Flinta*. Über diesen Punkt haben wir natürlich diskutiert. Denn die zeitgleich stattfindende Diagnostik ausfallen zu lassen, damit Herr Schlie selbst die Telefonsprechzeit übernehmen kann, ist ebenfalls keine faire Lösung.

Aus diesem Grund geben wir heute schon bekannt, dass die ausgefallenen 100 Minuten Telefonsprechzeit von Montag, dem 09.03.2026 am Donnerstag, den 12.03.2026 nachgeholt werden. Somit entsteht zeitlich kein Ausfall der Sprechzeit.

Wir hoffen auf Ihre/Eure Solidarität mit den Aktionen und Streiks, die zum Ziel haben eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft für alle zu schaffen.

Mit solidarischen Grüßen

Roma Mukherjee

Heilmittelverordnung – Ein neues Rezept für die Ergo, bitte! Unsere Abläufe – Teil 3

Liebe Leser*innen,

in den vergangenen Wochen haben Sie schon etwas über unsere Telefonsprechzeit und die verbindlichen Terminvereinbarungen erfahren. Heute geht es um den Ablauf bei der Bestellung einer neuen Heilmittelverordnung.

Wenn Ihr Kind von uns regelmäßig eine Heilmittelverordnung erhält und auch bei uns regelmäßige wöchentliche oder 14-tägige Termine hat, können Sie gerne vor oder nach einem Termin eine entsprechende Verordnung anfragen und unbürokratisch erhalten, wenn die Verlängerung der Ergotherapie vereinbart ist.

Sollte Ihr Kind unregelmäßige Termine bei uns wahrnehmen, im laufenden Quartal aber schon bei uns gewesen sein, geben Sie uns doch bitte mit etwas Vorlauf von einer Woche telefonisch (entweder in der Sprechzeit oder von montags bis donnerstags auf den AB) oder per Mail Bescheid. Wir können es dann vorbereiten und Sie holen sich die Verordnung nach Vereinbarung bei uns ab oder wir reichen es, sofern Sie Patient*innen bei der Ergotherapie-Praxis Wegener nebenan sind, nach gegenüber.

Sollte Ihr Kind im laufenden Quartal noch nicht bei uns gewesen sein, benötigen wir bitte die Versichertenkarte, um die Heilmittelverordnung zu erstellen. Stimmen Sie bitte mit Vorlauf von mindestens einer Woche mit uns ab (telefonisch oder per Mail), wann wir die Versichertenkarte einlesen und Ihnen die Heilmittelverordnung ausstellen können. Der Ablauf gestaltet sich in einer psychotherapeutischen Praxis etwas anders, als dies aus einer Hausarztpraxis bekannt ist. Siehe hierzu auch den Blogbeitrag Teil 1 über unsere Abläufe und die Telefonsprechzeit.

Wir hoffen Ihnen mit dem Einblick in unsere Abläufe eine Orientierung geben zu können und diese transparent zu machen.

Herzliche Grüße

Hardi Schlie                           Roma Mukherjee

Unsere Abläufe – verbindliche Terminvereinbarungen (Teil 2)

Unsere Abläufe – verbindliche Terminvereinbarungen (Teil 2)

Liebe Leser*innen,

nachdem es zuletzt um die Telefonsprechzeit ging, kommen wir jetzt zu dem Thema Terminvereinbarungen. Wir möchten Sie gerne transparent informieren, weshalb manche Abläufe so sind wie sie sind.

In unserer Praxis findet, als Schwerpunkt neben der Verhaltenstherapie, neuropsychologische Testdiagnostik statt. Bei der telefonischen Sprechzeit versuchen wir bereits zu erfassen, ob jemand für eine Therapie oder Diagnostik ein Erstgespräch wünscht. Oder ob bereits eine Verdachtsdiagnose besteht, bestimmte Diagnosen bereits ausgeschlossen wurden oder für bereits gesicherte Diagnosen eine Therapie gesucht wird. Um möglichst gut einen Diagnostik-Prozess planen zu können, spielen wir ein bisschen planerisches Zeit-Tetris im Vorfeld (um es bildlich auszudrücken). Dies ist auch der Hauptgrund, weshalb wir Termine telefonisch vergeben (in Einzelfällen sind aus medizinischen Gründen Abweichungen möglich). Je nach Umfang, Alter der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestaltet sich teilweise auch der weitere Ablauf. Wie bei der zeitlichen Planung der Telefonsprechzeit gilt auch hier: Wir sind uns der Problematik bewusst, dass Termine (Erstgespräche und Intelligenzdiagnostik sowie Teile der Autismus-Diagnostik) im Vormittagsbereich für viele Familien schwierig umzusetzen sind. Allerdings ist es ebenfalls schwierig, eine ganze Therapie im Vormittagsbereich durchzuführen, denn dann müssten Kinder und Jugendliche (oder junge Erwachsene bis 21 Jahre, die schon in Vollzeit arbeiten), wöchentlich oder 14-tägig bei ihrer Hauptbeschäftigung „ausfallen“. Dies ist aber als Schulkind, Auszubildende*r oder Student*in nicht zu bewältigen. Einzeltermine hingegen sind da zwar ebenfalls schwierig, jedoch fairer in der Gesamtbetrachtung. Hinzu kommt, dass bei neuropsychologischer Testdiagnostik auch Aufmerksamkeit und Konzentration eine Rolle spielen. Nach einem langen Schultag oder einem üppigen Mittagessen gestalten sich Tests anders als am Vormittag um 10 Uhr.

Da es bei Kliniken, MVZs und Sozialpädiatrischen Zentren teilweise geschlossene Wartelisten oder eine Wartezeit von 2-3 Jahren gibt, sind wir froh, dass wir in der Lage sind weiterhin Termine für Erstgespräche und Diagnostik anbieten zu können. Dies ist möglich, weil wir versuchen, unsere Termine auch wirklich durchzuführen. Bei Absagen sind wir bemüht, sofort zu klären, ob jemand vorgezogen werden kann, um jede entstandene Lücke sofort zu füllen (wir führen eine Telefonliste für alle die, die gerne angerufen werden möchten, um bei einer Absage vorgezogen werden zu können). Außerdem arbeiten wir seit geraumer Zeit mit verbindlichen Terminvereinbarungen. Diese versenden wir nach der Anmeldung und benötigen diese im Vorfeld ausgefüllt und unterschrieben zurück. Selbstverständlich kann ein Termin im Vorfeld auch abgesagt oder verschoben werden – bis 24 Stunden vor dem Termin. Aus Krankheitsgründen kann ein Termin auch innerhalb der 24 Stunden abgesagt werden. Wir bitten allerdings darum, in Krankheitsfällen so früh wie möglich abzusagen, damit wir den Termin noch vergeben können. Wir behalten uns auch vor, in diesen Fällen einen Nachweis (ärztliche Krankmeldung) zu erbitten. Sollte ein Termin nicht wahrgenommen werden ohne Absage oder erst kurz vor dem Termin (außer in Krankheitsfällen), müssen wir den Ausfall leider in Rechnung stellen. Auch an dieser Stelle möchten wir an die Fairness appellieren: Leider gibt es nicht ausreichend Plätze für Therapien im Kinder- und Jugendbereich und noch weniger Plätze für Diagnostik. Es gibt Familien, die sehr dringend auf ein Erstgespräch angewiesen sind und wenn es viele Ausfälle gibt, dann müssen alle noch länger warten.

Wir hoffen Ihnen mit dem zweiten Blogbeitrag über unsere Abläufe einen Einblick gegeben zu haben, der Ihnen Transparenz bezüglich unserer Überlegungen gibt.

Herzliche Grüße

Hardi Schlie               Roma Mukherjee